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Bundesagrarkeis der Landjugend gastierte in Kärnten

Am 30. August wurden im Sitzungssaal der Landwirtschaftskammer Strategien für die heimische Forst- und Holzwirtschaft diskutiert. Danach wurde gemeinsam die Holzmesse besucht.

 

Herausforderung Klimawandel

Martin Huber, stellvertretender Leiter der forstlichen Ausbildungsstätte Ossiach, beleuchtete Risiken und Chancen, die sich durch den Klimawandel für die heimische Forstwirtschaft auftun. Gerhard Pichler, Geschäftsführer der Zertifizierungsstelle PEFC Austria, stellte das Zertifizierungssystem und seine Bedeutung für Konsumenten, Unternehmen und Waldbesitzer vor. Im Anschluss informierten sich die zahlreichen Teilnehmer über neueste Trends in der Forst- und Holzbranche auf der Internationalen Holzmesse, die zu diesem Zeitpunkt in Klagenfurt stattgefunden hat.

 

Unterschiedlichste Faktoren tragen zur dramatischen Borkenkäfersituation bei

Die heimischen Waldbesitzer stehen vor großen Herausforderungen. Experten zufolge bringt der Klimawandel steigende Temperaturen, Extremereignisse und Unsicherheiten mit sich. Neben Pilzerkrankungen wie Eschentrieb-, Kieferntrieb- und Eichensterben sowie Windwurf und -bruch ist das besorgniserregendste Thema nach wie vor die Borkenkäfersituation. Durch die langanhaltende Trockenheit und somit günstigen Bedingungen für die Entwicklung des Schädlings hat der Borkenkäfer massive Mengen an Schadholz in der heimischen Forstwirtschaft verursacht. Die Verluste sind enorm. Lösungsansätze zur Risikostreuung sind laut den Experten eine größere Baumartenvielfalt. Auch die Naturverjüngung sollte genützt und die genetische Vielfalt gefördert werden. "Nicht die Fichte als solche verursacht Katastrophen, vielfach sind andere Faktoren wie fehlende Bestandspflege oder Ignoranz des Standortes auschlaggebend", stellte Huber fest.

 

Rohstoff Holz mit hervorragender Umweltbilanz

Holz bleibt dennoch ein Rohstoff der Zukunft: Stammt er aus nachhaltiger und pfleglicher Kulturführung, weist er eine hervorragende Umweltbilanz auf. Das PEFC-Gütesiegel bestätigt, dass Wälder auf umweltschonende Weise und gemäß strengen Standards bewirtschaftet werden. Es ist ein Beweis dafür, dass Holz aus ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltig kultivierten Wäldern stammt. "Das Rückgrat der PEFC-Zertifizierung in Österreich bilden neben den heimischen Großbetrieben die Zigtausenden bäuerlichen Kleinwaldbesitzer", betonte PEFC Austria-Geschäftsführer Pichler. Die Zertifizierung der gesamten Verarbeitungskette vom Wald bis zum Endprodukt garantiert beim Kauf eines Erzeugnisses mit PEFC-Logo, dass die Holzherkunft unzweifelhaft nachvollziehbar ist und geprüft wurde.

 

"Während die Forstwirtschaft viele Chancen bietet, müssen wir künftig auch lernen mit den Risiken umzugehen. Durch eine zielgerichtete Waldbewirtschaftung und nachhaltige Vermarktung des Rohstoffes Holz werden sich auch in Zukunft Einkünfte aus unseren Wäldern erwirtschaften lassen", ist Martin Kubli, Mitglied des Landjugend-Bundesvorstandes, überzeugt.

 

Mit diesem Bundesagrarkreis präsentierte sich die Landjugend einmal mehr als Vorreiter in der agrarischen Weiterbildung von Jugendlichen und als Anlaufstelle für fachspezifische Fragestellungen.

 

Helene Scheiber

 

Die Teilnehmer aus ganz Österreich lauschen gespannt den Ausführungen des Referenten. LJ Österreich
Die Teilnehmer aus ganz Österreich lauschen gespannt den Ausführungen des Referenten. LJ Österreich
Die Landjugendlichen mit DI Gerhard Pichler, DI Martin Huber und LK Präsidenten ÖR Ing. Johann Mößler. LJ Österreich
Die Landjugendlichen mit DI Gerhard Pichler, DI Martin Huber und LK Präsidenten ÖR Ing. Johann Mößler. LJ Österreich

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