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Zeitreise durch die Landjugendgeschichte

Das Arbeitsjahr 2019 ist für die Landjugend Kärnten ein ganz Besonderes, denn es wird der 70. Geburtstag gefeiert. 70 Jahre lang hat die Landjugend Kärnten Spuren in der Landwirtschaft, Gesellschaft, Politik, Jugend usw. hinterlassen. Aber wie ist die Landjugend überhaupt erst entstanden? Was waren in den Anfängen die zentralen Themen der Landjugend? Hier nun eine kleine Zeitreise in die ersten drei Jahrzehnte der Landjugend Kärnten.

 

Die Landwirtschaftskammer für Kärnten begann im Jahre 1949, die bäuerliche Jugend in organisierte Gruppen zusammenzuführen. Den Anstoß hierzu gab die damalige ECA-Mission die landwirtschaftliche Dienststelle der amerikanischen Besatzungsmacht), die das amerikanische Modell der sogenannten 4-H-Clubs auf Österreich übertragen wollten. So begann die Geschichte der Landjugend Kärnten, denn die bäuerliche Jugend in Kärnten war von diesem Modell begeistert. Einerseits weil die Mithilfe durch fachliche und kulturelle Arbeit am Wiederaufbau und Fortschritt der Landwirtschaft nach dem Krieg ein praktisches Muss darstellte und andererseits weil die Gemeinschaft und der Zusammenhalt in den Dörfern unter den Jugendlichen gestärkt wurde.

 

Als Wahrzeichen der Clubs wurde ein vierblättriges Kleeblatt mit 4H gewählt, das folgende Symbole verwirklichen sollte: Der Klee gilt als bodenanreichernde Pflanze und der vierblättrige Klee als Glückssymbol. Die 4H’s sind die Abkürzung für die englischen Wörter für Kopf (head), Hand (hand), Gesundheit (health) und Herz (heart).

 

Gründungsobmann der Landjugend Kärnten war NRAbg. a. D. ÖR Valentin Deutschmann (verstorben 2010) aus Grafenstein. In den Anfangsjahren der Landjugend Kärnten gab es nur die Funktion des Obmannes, die Funktion der Leiterin wurde erst in den 60er-Jahren eingeführt. In dieser Zeit waren die Hauptziele dieser Jugendorganisation im Besonderen die fachliche Weiterbildung und somit auch die Beratung der bäuerlichen Jugend. Es wurden für damalige Verhältnisse revolutionäre Methoden der landwirtschaftlichen Produktion erprobt und eingesetzt, zum Zwecke der Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung nach dem Krieg.

 

Die Gemeinschaft auch mit Jugendlichen aus nichtbäuerlichen Verhältnissen wurde durch verschiedenste Aktivitäten und Wettbewerbe gestärkt. Zu den Wettbewerben, welche die Landjugend in dieser Zeit veranstaltete zählte zum Beispiel das Pflügen, wobei in den ersten Jahren mit Ochsen und Pferden gepflügt wurde. Handmähen, Stricken, Reden, Melken und Berufswettkämpfe (Technik und Allgemeinwissen) waren weitere Wettbewerbe. Im Jahr 1956 wurde das erste Bundespflügen der Landjugend Österreich in Kärnten veranstaltet. Der gesellschaftliche Umschwung und das revolutionäre Auftreten der Jugend machten in den 70ern auch vor der Landjugend keinen Halt. Das Generalthema in dieser Zeit lautete „Jugendarbeit im ländlichen Raum“.

 

In diesem Jahrzehnt wurde auch die Gleichstellung der Funktionen des Obmannes und der Leiterin in den Organisationsrichtlinien der Landjugend Kärnten festgeschrieben. Als neuer Bewerb wurde die Landjugendrallye, Vorläufer des 4er-Cup, eingeführt. Bei diesem Bewerb mussten die LJ-Mitglieder ihr fahrerisches Können, ihr Fachwissen, ihre Flexibilität und ihren Humor unter Beweis stellen. Weiters wurden bei der Rallye aber auch Fragen zur Allgemeinbildung und der Verkehrssicherheit gestellt. Eine Erneuerung gab es auch beim Redewettbewerb. Hier wurde das Interview bei den vorbereiteten Reden eingeführt.

 

Helene Scheiber

 

4H Logo
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Lustige Stationen bei der Landjugendralley.
Lustige Stationen bei der Landjugendralley.
Gut vorbereitete Teilnehmer beim Berufswettbewerb.
Gut vorbereitete Teilnehmer beim Berufswettbewerb.
Auf schöne Handarbeiten wurde bei den Mädchen großer Wert gelegt.
Auf schöne Handarbeiten wurde bei den Mädchen großer Wert gelegt.

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